Feedback ist kein Angriff – es fühlt sich nur so an: Warum Frauen in Führungspositionen lernen müssen, Spannung auszuhalten
Warum gut gemeintes Feedback – beim Geben wie beim Annehmen – so oft verletzt und wie du als Führungsfrau im Mittelstand souverän damit umgehst.
Der Moment, den fast jede Führungsfrau kennt
Der Moment, den jede kennt – wenn Feedback das Ego trifft
Du gehst aus einem Gespräch und spürst: Irgendetwas stimmt nicht. Du warst sachlich. Respektvoll. Klar. Und trotzdem ist da dieses ungute Gefühl im Bauch. Diese Spannung. Dieser Druck. Beim anderen. Bei dir. Im Raum. Vielleicht war es nur ein Blick. Ein kürzeres Antworten. Ein inneres Zusammenziehen. Und sofort taucht diese Frage auf: Warum fühlt sich das jetzt so schwer an, obwohl ich es doch gut gemeint habe? Genau hier beginnt das eigentliche Thema. Nicht beim Feedback. Sondern bei dem, wie es wirkt.
Warum Feedback als Angriff wirkt – auch wenn es keiner ist
Feedback ist eines der am meisten überschätzten Werkzeuge in Führung, Teamarbeit und Beziehung. Nicht, weil es falsch ist. Sondern weil wir glauben, es funktioniere ausschließlich auf der Sachebene. Wir sprechen über Wahrnehmung. Über Verhalten. Über Wirkung. Doch das, was beim Gegenüber ankommt, entscheidet sich ganz woanders. Feedback wird meistens nicht verstanden. Es wird gefühlt. Noch bevor ein Gedanke entsteht, bewertet unser inneres System die Situation. Erst kommt das Gefühl. Dann das Ego. Und das interpretiert und bewertet.
Das Nervensystem entscheidet: Sicherheit oder Bedrohung
Das Nervensystem prüft in Sekundenbruchteilen:
Bin ich sicher – oder bin ich bedroht? Und wenn die Antwort unbewusst ‚bedroht‘ lautet, geht das System sofort in Alarm. Dann fühlt sich Feedback wie ein Angriff an. Ganz egal, wie professionell oder wohlwollend es formuliert war.
Das Ergebnis ist bekannt:
- Abwehr
- Gegenangriff
- Rechtfertigung
- Endlose Erklärungen
Warum Feedback annehmen für Frauen in Führungspositionen besonders schwer ist
Feedback zu erhalten ist für viele Frauen in Führungspositionen deutlich schwieriger, als sie es sich eingestehen. Nicht, weil sie unreif sind. Sondern weil Feedback etwas sehr Altes berührt. Es trifft nicht nur Verhalten. Es trifft Identität.
Feedback berührt:
- das Bedürfnis dazuzugehören
- die Angst, nicht zu genügen
- alte Erfahrungen von Bewertung, Schuld oder Beschämung
Und hier wird es unbequem: Das gilt auch für reflektierte, erfahrene und erfolgreiche Frauen.
Gerade vermeintlich starke Frauen haben gelernt:
- stark zu sein
- zu funktionieren
- sich zusammenzureißen
- nach außen souverän zu wirken – und Verletzlichkeit gut zu verstecken
Scham und Schuld sind die am niedrigsten schwingenden Emotionen. Sie müssen nicht laut sein, um zu wirken. Und genau daran kratzt Feedback. Nicht, weil es falsch gemacht wurde. Sondern weil es das tiefste Empfinden von ‚Wer bin ich?‘ berührt.
Warum Feedback geben für Führungsfrauen genauso herausfordernd ist
Feedback zu geben wirkt auf den ersten Blick souveräner. Doch auch hier ist niemand neutral. Besonders Frauen in Führungspositionen im Mittelstand kennen den inneren Druck:
Du bringst mit:
- den Wunsch nach Veränderung
- Ungeduld
- Angst zu versagen
- vielleicht sogar Erschöpfung
Die wenigsten führen solche Gespräche gern. Sie bereiten sich vor. Denken lange darüber nach, was und wie etwas gesagt werden muss.
Und genau das erzeugt Erwartungen:
- Jetzt muss sich etwas bewegen.
- Jetzt muss das ankommen.
- Jetzt brauche ich eine Reaktion.
Und genau das spürt dein Gegenüber. Nicht als Gedanken. Sondern als Spannung.
Wahrnehmungsfilter: Warum jeder etwas anderes hört
Menschen reagieren nicht auf das, was gesagt wird. Sie reagieren auf das, was sie hören.
Auf unser Gehirn prasseln pro Sekunde rund 11 Millionen Eindrücke ein. Davon werden 99,999 % herausgefiltert. Nur etwa 60-70 Eindrücke erreichen unser bewusstes Erleben.
Diese Filter entstehen durch:
- Erfahrungen
- Erlebnisse
- Glaubenssätze
- frühere Verletzungen
Die Landkarte ist nicht das Gebiet.
Nur weil du deine Sicht klar vor dir hast, kennst du noch lange nicht das innere Gelände deines Gegenübers.
Ich habe es doch gut gemeint – und warum das nicht reicht
Gut gemeint ist menschlich. Aber gut gemeint ist nicht geführt.
Solange du innerlich überzeugen willst, verstanden werden möchtest, eine bestimmte Reaktion brauchst oder dich absichern willst – bist du nicht in Führung, sondern in Beziehungsklärung.
Das ist kein Vorwurf. Es ist ein Hinweis.
Denn Führung beginnt nicht dort, wo du etwas sagst. Sondern dort, wo du dich selbst emotional halten kannst – egal, wie das Gespräch verläuft.
Der Wendepunkt: Innere Stabilität als Führungskompetenz
Innere Stabilität heißt NICHT: emotionslos, distanziert, hart oder unterwürfig.
Innere Stabilität heißt:
- Du kannst Spannung aushalten, ohne sie abzugeben
- Du spürst Unruhe bei anderen – bleibst selbst ruhig
- Du kannst mit innerer Klarheit sprechen, ohne dich zu rechtfertigen
- Du vermeidest Weichmacher (eigentlich, könnte, würde)
- Du bleibst stabil, auch wenn dein Gegenüber innerlich wankt
Du wirst zum Orientierungspunkt. Zum Leuchtturm, wenn es stürmisch wird.
Warum Feedback ohne innere Stabilität nicht verbinden kann
Wenn innere Stabilität fehlt, wird Feedback unbewusst: erklärend, rechtfertigend, zu lang, zu viel. Nicht, weil du es schlecht machst. Sondern weil dein System Erleichterung sucht. Doch der andere hört dann nicht mehr den Inhalt. Er spürt den Druck.
Und Druck trennt. Immer.
Feedback wirkt nicht durch Technik – sondern durch Präsenz
Ich habe unzählige Feedback-Modelle gelernt. Gesprächstechniken. Schulungen. Formulierungen. Und trotzdem war Feedback oft schwer.
Die Wahrheit ist: Menschen hören nicht, was du sagst. Sie reagieren auf das, wie du innerlich da bist – und auf das, was bei ihnen selbst gerade aktiviert wird.
Innere Ruhe ist hörbar. Innere Klarheit ist spürbar. Innere Stabilität ist ansteckend. Ich habe das besonders deutlich mit Pferden erlebt. Sie reagieren nicht auf Worte, sondern auf innere Zustände.
Feedback neu denken: Von Bewertung zu Einladung
Feedback ist kein Urteil. Keine Korrektur. Kein Steuerungsinstrument. Feedback ist eine Einladung.
Eine Einladung zur Entwicklung. Zur Reflexion. Zur Verantwortung.
Beim Geben heißt das: Ich stelle Klarheit zur Verfügung – ohne sie durchzudrücken. Beim Annehmen heißt das: Ich prüfe, was für mich stimmig ist – ohne mich zu verlieren.
Vier Haltungen, die Feedback für Frauen in Führungspositionen verbinden
Nicht als Technik. Sondern als innere Ausrichtung.
- Kläre dich selbst, nicht den anderen – Dein Zustand entscheidet über das Gespräch.
- Sag weniger – steh stabiler: Präsenz ersetzt Erklärungen.
- Sei neutral und wohlwollend – Gehe offen und mit wohlwollender Haltung in das Gespräch.
- Mach Raum für die Sicht des anderen – Feedback ist Dialog, kein Monolog.
Eine ehrliche Einladung an Führungsfrauen im Mittelstand
Wenn Feedback – beim Geben oder beim Annehmen – immer wieder schwer wird, wenn Gespräche dich mehr kosten, als sie bringen, dann ist das kein Kommunikationsproblem.
Es ist ein Hinweis.
Ein Hinweis darauf, dass innere Stabilität der nächste Schritt ist. Nicht für andere. Für dich. Solange wir bewerten, verteidigen wir uns – erst wenn wir erkennen, wird Verbindung möglich.
Innere Stabilität lässt sich nicht lernen – sie lässt sich erfahren. Und genau dort beginnt meine Arbeit.
Dein nächster Schritt: Coaching für Frauen in Führungspositionen im Mittelstand
Wenn du dich in diesem Text wiedererkennst – wenn du merkst, dass Feedback dich mehr kostet, als es sollte – dann lass uns sprechen.
In meinem Coaching für Frauen in Führungspositionen im Mittelstand arbeiten wir daran, dass du:
- innere Stabilität aufbaust – auch in schwierigen Gesprächen
- Feedback souverän gibst – ohne dich zu rechtfertigen
- Feedback souverän annimmst – ohne dich zu verlieren
- Präsenz entwickelst – die verbindet statt trennt
Lass uns gemeinsam deinen Weg in eine klare, mutige und gleichzeitig liebevolle Kommunikation gehen.
Schreib mir – ich freue mich auf dich.
📧 e-mail@diana-neu.de
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